Friedrich-Weinbrenner-
Gesellschaft e.V.

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Bilder und Pressemitteilung zur Aufstellung des Gernsbacher Obelisken

14. Oktober 2020

Ein schöner kleiner Anlass. Alles hat perfekt geklappt. Der originale Obelisk von Weinbrenners hat nun ein Dach überm Kopf, direkt neben dessen Kornhaus. Herzlichen Dank an die Stadt Gernsbach, insbesondere das Bau- und Presseamt, und an Bernd Säubert, in dessen Schaufenster der Obelisk nun zu besichtigen ist.

Unten einige Photos und die Pressemitteilung der Stadt Gernsbach.

 

20201014-82_obelisk.pdf

Morgen Obelisken-Transport in Gernsbach

12. Oktober 2020

Wie schon berichtet, bekommt der originale Obelisk von Weinbrenners Metzelbrunnen ein Dach über dem Kopf, nämlich im Büro für Architektur und Bauforschung von Bernd Säubert an der Hauptstraße 28/30. Dort, direkt neben dem Kornhaus und nicht weit vom Brunnen, wird er im Schaufenster öffentlich sichtbar sein. Über diese Lösung, für die sich die Stadt Gernsbach von Anfang an offen zeigte, sind wir sehr glücklich.

Morgen, also am Dienstag, 13.10., beginnt der Transport um 12.45 am Bauhof und dürfte dann gegen 13 Uhr vor dem zukünftigen Domizil ankommen. Dort wird neben einer Vertreterin der Stadtverwaltung auch unser Vorsitzender Ulrich Maximilian Schumann anwesend sein und kurze Worte zur Bedeutung des Obelisken sagen.

Nach den berühmten Obelisken-Transporten von Rom und Paris vor Jahrhunderten wird dies ein kleinerer, aber in unseren Zeiten umso seltenerer Anlass sein. Publikum ist erwünscht, mit dem gebotenen Sicherheitsabstand natürlich.

Unten ein Bild vom originalen Obelisken, bevor er durch die Neuanfertigung ersetzt wurde.

 

Karlsruhes Marktplatz in zweifelhaftem Licht

10. Oktober 2020

Auf eben diesem sind jetzt auf die hohen Masten die Leuchten montiert worden. Genau, es sind die schwarzen Striche, die das Bild des Platzes durchkreuzen und die Fassaden zerschneiden, anstatt darauf Bezug zu nehmen.

Die BNN sehen hier «ein besonderes Flair». Wir kennen dieses «Flair» von Supermarkt-Parkplätzen und Fußball-Trainingsplätzen.

Auf der Flucht vor dem Offensichtlichen und davor, Ross und Reiter nennen zu müssen, gerät der Redakteur in die Mühlen einer verstaubten Phrasendreschmaschine. «Die Beleuchtung setzt auf Warm-Weiß», und «Karlsruhe geht ein Licht auf»?

Nein, eine Beleuchtung kann auf gar nichts setzen, und der Stadt geht damit garantiert kein Licht auf. Es ist die Stadtverwaltung, die auf einen zerstörerischen Umgang mit der eigenen Kultur- und Bausubstanz setzt, und damit geht hier ein Licht unter, nicht auf.

Hier der Link zum Artikel

 

«Weinbrenners Vision vollendet»? Nein, zerstört.

10. Oktober 2020

Wirklich gerne würden wir einmal etwas Positives, Richtiges und Ehrliches lesen, wo es um den Umgang der Stadt Karlsruhe mit ihrem Weinbrenner-Erbe geht. Warum ist das nicht möglich? Verstanden haben wir das schon lange. Aber es wird jetzt Zeit für noch deutlichere Worte. Heute wird also der rundum erneuerte Marktplatz von Karlsruhe «eröffnet», und die fast monopolige Lokalpresse BNN überbietet sich mit Verherrlichungen, vermutlich nach Einflüstern durch das städtische Presse- und Informationsamt, obwohl man merkwürdigerweise auf der Internetseite keine Pressemitteilung dazu findet. Fast alles ist aber falsch – entweder gelogen oder nicht gewusst.

Teilweise kennt man einfach die historischen Fakten nicht und interessiert sich offenbar auch nicht dafür, fragt nicht nach oder liest mal ein Buch. Weinbrenner war kein «Stadtbaumeister», sondern der Oberbaudirektor eines ganzen Landes, und einer der ersten, der über Stadtgrenzen hinaus dachte. «Einfachheit» war nicht sein Ziel, sondern «Formenreichhaltigkeit». Auch war er nicht an «Visionen» interessiert und hätte sich nie und nimmer ein «Denkmal» setzen wollen. Usw. usw. Auch die übrigend historischen Erzählungen sind, vorsichtig ausgedrückt, dilettantisch beschönigend.

Teilweise sind die Fake News politisch motiviert und durch einfache Logik zu widerlegen. Wie man es als «Vollendung» von Weinbrenners Vision bezeichnen kann, wenn man bis auf wenige Reste alles austauscht, ist ein Rätsel, das sich besondere Hirne ausgedacht haben müssen. Die (wohl nicht einmal funktionierenden) Wasserspiele? Die flutlichtartigen Strichleuchten? Die farb- und ortsfremden Materialien? Der Hügel, in dem die Pyramide versinkt? Das soll mit Weinbrenner zu tun haben? Wenn man dessen «Vision» vollenden wollte, würde man seine Boutiquen errichten, die originale Farbigkeit und wo möglich seine Räume rekonstruieren. Alles andere ist blanke Erfindung.

Wenn man es als Modernisierung verkaufen würde, wäre das wenigstens ehrlich. Aber was dem armen Weinbrenner, der sich nicht wehren kann, angedichtet wird, und wie man ihn klein macht, damit das eigene Unvermögen nicht so erbärmlich wirkt, ist frech, unverschämt und verlogen.

Sich nach der Zerstörung dieses besonderen Ortes als dessen Vollender zu feiern, wäre eines Donald Trump würdig. Zwischen dessen Falschmeldungen und dieser «Berichterstattung» besteht kein grundsätzlicher Unterschied.

Hier der Link zum erwähnten Artikel

 

Nicht aufgeklärt – eine (unfreiwillige) Werbung für das Markgräfliche Palais

29. September 2020

Eigentlich sollte man keine Interviews mehr geben, wenn abzusehen ist, dass man – trotz gegenteiliger Versicherung – nur benutzt und ausgespielt wird, was viel zu oft geschieht. Und eigentlich tut man diesem eigentlich nicht satisfaktionsfähigen Text zuviel Ehre an, der in vollständiger Form auf einer Jeder-darf-mal-Internetseite erschien, weshalb wir darauf Bezug nehmen, und heute gekürzt in den BNN.

Aber er enthält doch, wenn auch unfreiwillig, viele wirk- und unterhaltsame Argumente gegen diese Art von negativer «Argumentation» – und für ein Forum Recht im Markgräflichen Palais. ... weiterlesen

Weinbrenner als Feigenblatt – oder doch mehr?

20. September 2020

Eine Welle an «Riesenprojekten» rollt auf Karlsruhe zu, wie dieser Artikel ankündigt, und diese schwappt vom Komplex des Landratsamtes diagonal hinüber bis hin zum Markgräflichen Palais am Rondellplatz, also über das Ettlinger Tor hinweg, gemeint ist der Ort des wirklichen Ettlinger Tors, nicht das Investorenprojekt, das den Namen okkupiert hat.

Aber wie bei diesem scheint wieder einmal offen, wie es aussehen wird und wer letztlich über dieses wichtige Stück Stadt bestimmen wird, bis es plötzlich entschieden ist und schnell gehen muss. Ein Investor? Die Stadt? Beim Markgräflichen Palais die Gruppe «Forum Recht»? Soviel darf man annehmen: Die Bevölkerung wird es nicht sein; sie ist nur noch Passagier und kann jetzt schon ungläubig staunen.

Ein «ungeliebtes» Hochhaus, das dieselbe Stadt Karlsruhe gerade noch in einem Filmchen zu den «Denkmalwochen» würdigte, wird nicht durch ein neues, sondern gleich mehrere neue ersetzt. Vielleicht sind sie hübscher als das alte, kleiner wohl eher nicht, oder sie werden wenigstens so gebaut, dass sie ohne finanziellen, ökologischen und logistischen Super-GAU wieder abgebaut werden können. Vielleicht aber auch nicht.

Der einzige Fixpunkt ist das Markgräfliche Palais am Rondellplatz. Dort könnte ja das «Forum Recht» hinein, und das wäre wirklich eine gute Idee und eine Chance. Aber was bedeutet das? Denn von dem «Weinbrenner-Prunkstück» ist ja leider nur noch ein Stück Fassade übrig, was meist übergangen wird. Und das soll genügen, um dem Komplex echte Substanz und die nötige Akzeptanz zu verleihen? Kaum auszudenken, wenn dort ein Wiedergänger des gesichtslosen ECE-Centers gegenüber entstehen würde, also eine weitere nichtssagende Großstruktur, nur eben notdürftig verziert durch sechs Säulen und zwei Stücke Wand, ein hauchdünnes Feigenblatt, das man den Touristen zeigen kann.

Wenn das so weitergeht, dürften sich in der Innenstadt die «Potemkinschen Dörfer» weiter breit machen. Will man das verhindern, wäre es die naheliegende Konsequenz, wenn man die Gelegenheit nutzen und Stück für Stück Weinbrenners Baukörper einschließlich der wunderschönen Rückseite und der eleganten Räume im Innern wiederherstellen würde, wie sie waren. Die Pläne gibt es, und das wäre endlich einmal eine wirklich positive Nachricht und eine echte Sensation, auf die sich Einheimische wie Auswärtige freuen könnten.

https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/riesenprojekte-in-der-innenstadt-die-karlsruher-city-steht-vor-einem-neuen-umbruch

Karlsruher Werbefilmchen kein Ersatz für Tag des Offenen Denkmals

14. September 2020

In diesem schrecklichen Corona-Jahr ist eben Vieles anders, und Viele haben sich Gedanken gemacht, wie man trotzdem am Tag des Offenen Denkmals das Erlebnis herstellen und auf Denkmale hinweisen kann. Daraus wurde aber mehrheitlich nichts. Anstelledessen – als Ersatz für das direkte Angebot einer Vielzahl von Initiativen, Privatpersonen und Behörden – hat eine Marketingagentur im offiziellen Auftrag Filmchen gedreht, in denen einzelne Orte in Karlsruhe und der Umregion vorgestellt werden, und das ist natürlich auch die Kernregion Weinbrenners. So sind sie dann auch in aller Regel, es sind Werbefilmchen dafür, wie großartig alles ist, wie wunderbar es den Kulturdenkmalen in der Region geht, wie sie von den Behörden, Privatleuten usw. geliebt und gepflegt werden, alles mehr oder weniger sachkundig vorgetragen, einige tatsächlich auffallend unbedarft und fehlerhaft, dafür in pathetischem Ton, aber vor allem tendenziell unkritisch und euphorisch.

Die Wirklichkeit sieht natürlich, wie wir wissen, anders aus, aber dafür war hier kein Platz und keine Zeit.

Vieles wird als Erfolgsgeschichte von Wiederherstellung und Pflege gefeiert, aber beispielsweise im Beitrag zum Botanischen Garten mit keinem Wort erwähnt, dass er noch vor wenigen Jahren empfindlich beschnitten werden sollte und dies nur durch bürgerschaftliches Engagement nicht im geplanten Ausmaß geschah.

Mehrfach ist davon die Rede, dass Gebäude nach dem letzten Krieg originalgetreu wiederaufgebaut worden seien, auch wenn wir es besser wissen, z. B.: «Wir bauen die Stadtkirche wieder auf, so wie sie Weinbrenner gewollt hat.» Kein Wort darüber, dass man es heute nicht einmal schafft, dem Gebäude die richtige Farbe zu geben, weil zu viele unwissende, aber von sich überzeugte Dilettanten mitreden. Und natürlich wird «Weinbrenners Marktplatz» mehrfach von Drohnen überflogen, ohne jedoch darauf hinzuweisen, dass er gerade erst bis zur Unkenntlichkeit umgepflügt und entstellt worden ist.

Natürlich fällt der Name Weinbrenner häufig, Fachleute für Weinbrenner wurden jedoch nicht gefragt. Also soll beispielsweise die Evangelische Stadtkirche «im Stil eines griechischen Tempels» gebaut worden sein, was in vielerlei Hinsicht nicht wahr ist, oder die Pyramide als Folge von Napoleons Ägyptenfeldzug, als jedoch Baden mit Napoleon schon längst nichts mehr zu tun haben wollte. Halbwissen genügte hier schon. Echtes Wissen war nur bedingt gefragt, und Rückfragen oder nachträgliche Korrekturen sind in diesem Format nicht möglich.

Werbung und Wissen sind bekanntermaßen keine siamesischen Zwillinge. In Karlsruhe hat man die Gelegenheit Corona dazu genutzt und dafür großen Aufwand betrieben, um die «Message» zu verbreiten, das Kulturerbe sei in besten Händen, und sich selbst und die eigene Arbeit im Nachhinein legitimieren zu lassen. Das hier verlinkte Einstiegs-Video mit einem unverbindlichen, über die wirklich harten Brocken wie die faktische Zerschlagung der Denkmalpflege hinwegplaudernden Gespräch zwischen dem Karlsruher Oberbürgermeister und der Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau (!) spricht schon Bände.

Also enthalten diese Filmchen noch viele Gründe mehr, inständig auf einen echten Tag des Offenen Denkmals im nächsten Jahr zu hoffen. Wenn man die Verbreitung ‘alternativer Fakten’, die Gleichschaltung von Wissen und die Propaganda in eigener Sache tatsächlich auf die Politik zurückbeziehen würde, stünde sie nicht gut da. Aber solange es nur Werbung ist, kann die beauftragte Marketingagentur «Karlsruhe erleben» ihr Credo so auf den Punkt bringen: «Kaum zu glauben. Karlsruhe.»

https://www.youtube.com/watch?v=cBAlH63U_sk

Eigene Facebook-Seite für die "Karlsruher Erklärung"

13. September 2020

Die Diskussionen rund um den Erhalt des Kulturerbes haben nun solche Dimensionen angenommen, dass sich dieser Schritt angeboten hat. Für uns bedeutet dies auch, dass wir uns auf dieser Seite hier jetzt stärker auf Nachrichten zu Weinbrenner und der Weinbrenner-Schule konzentrieren können.

https://www.facebook.com/Karlsruher-Erklärung-110932834083541/

Zum Tag des Offenen Denkmals: Youtube-Botschaft

13. September 2020

Weil die diesjährigen Aktionen aus den bekannten Gründen stark eingeschränkt sind, haben wir einige Gedanken unseres Vorsitzenden Ulrich Maximilian Schumann hierzu aufgenommen und dafür einen Youtube-Kanal eröffnet. Wir wollen ihn schon bald mit weiteren Filmen, auch zu einzelnen Objekten, füllen.

https://www.youtube.com/channel/UCMNjCtfatENQTqbf6EFkPcA

 

Weinbrenner gegen Auto – die aktuelle Situation am Gernsbacher Metzelbrunnen

31. August 2020

Stolz (und wohl auch ein bißchen eitel) hat die Stadt Gernsbach 2015 auf dem Brunnen verewigen lassen, dass er dann renoviert worden ist. Allerdings hat man versäumt, dafür zu sorgen, dass er auch die nächsten Jahre sicher übersteht. Rings um ihn herum darf immer noch dicht geparkt werden. Einige Parkplätze reichen bis auf 20 cm an ihn heran, und das verstößt sicher auch in Gernsbach gegen entsprechende Verordnungen, aber vor allem ist es schon abzusehen, dass irgendwann das erste Auto so heftig dagegenrammt, dass der Brunnen schweren Schaden nimmt, das Wasser herausläuft und er abgeräumt wird. Man wird sich doch im Rathaus wohl nicht denken: "umso besser, dann gibt es noch mehr Parkplätze", oder?