Friedrich-Weinbrenner-
Gesellschaft e.V.

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SWR-Beitrag zum Verkauf des Gewächshauses im Hechinger Fürstengarten

12. August 2022

Nur kurz berichtete das SWR4-Studio Tübingen am Mittwoch über das Thema, das uns schon intensiv beschäftigt hat, zuletzt hier.

Aber immerhin. Denn Hechingens Gemeinderat hatte ja verblüffend einhellig der Privatisierung und weitgehenden Zerstörung eines wertvollen historischen Baudenkmals der Weinbrenner-Schule zugestimmt. Argumente, wie wir sie selbst aufgelistet hatten, spielen auch in diesem Beitrag leider nur eine Nebenrolle. Einzig steht der unwiderlegbaren Feststellung aus dem Freundeskreis Fürstengarten, hier würde «ein großes kulturelles Gut aus der Hand gegeben», eine ebenso flapsige wie falsche Behauptung des Bürgermeisters entgegen, dass Kommunen «weder Gewächshäuser noch Cafés» betreiben würden. Nun, offenbar nicht Hechingen, aber andere Städte tun das. Das hätte man leicht gegenprüfen können, und hoffentlich tut es das Publikum. Sonst würde selbst noch diese dürftige Aussage gänzlich unkommentiert stehenbleiben und als Zwischentitel sogar noch doppeltes Gewicht bekommen.

Zur Textfassung des Beitrags "Ärger um ehemalige Orangerie im Fürstengarten in Hechingen" auf der Seite des SWR.

Unterstützung aus Salem für das Markgräfliche Palais

06. August 2022

Prinz Bernhard von Baden hält sich gewöhnlich mit Stellungnahmen zur Kulturpolitik zurück. Das Palais am Karlsruher Rondellplatz aber liegt ihm besonders am Herzen, nicht zuletzt, weil es sich als das Stammschloss derjenigen Linie des Hauses Baden bezeichnen lässt, die das Fortbestehen sicherte. Er hat sich deshalb selbst zu Wort gemeldet und bekräftigt unsere Kritik an den aktuellen Umbauplänen.

Danke an ihn und an die BNN, dass sie seine Wortmeldung aufgegriffen und ausführlich dargestellt haben.

Öffentliche Diskussion über das Markgräfliche Palais – Fragen vorab beantwortet

22. Juli 2022

Wie wir von Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer persönlich erfuhren und es nun auch in der Presse wiedergegeben wurde, soll es Ende September eine Diskussion über die Umbaupläne für Weinbrenners Meisterstück am Karlsruher Rondellplatz und die Nachkriegsergänzungen geben. Diesen Schritt begrüßen wir ausdrücklich. Herr Fluhrer hatte auch schon im Planungsausschuss (und offensichtlich als einzige Stimme) Zweifel an dem öffentlichkeitsscheuen Verfahren geäußert.

Nun freut er sich laut Presseberichten "über das große fachliche Interesse und Echo der Expertenkreise". Das klingt doch schon viel besser als das bislang auffallend laute Schweigen aus anderen Zimmern und Sälen des Rathauses.

Im Vorgriff auf die Diskussion denkt er auch schon einmal laut nach, etwa in den BNN von vorgestern, dem 20. Juli, was uns die Gelegenheit gibt, einige der aufgeworfenen Fragen vorab kurz zu beantworten.

"Architektonisch spannend findet Fluhrer etwa die Frage, ob der neue Gebäudeteil einen Kontrast zum Mittelteil ausbilden dürfe oder sich diesem unterordnen müsse. Einer gewünschten Belebung stehe dies im Zweifel entgegen."

Wir würden es nicht "unterordnen" nennen, aber ein Bauteil, der einen historischen ergänzt, sollte diesen jedenfalls nicht ignorieren oder übertrumpfen und damit alt aussehen lassen. Denn er ist und bleibt eine Ergänzung, die ohne Weinbrenners Mittelteil gar nicht existieren könnte. Also sollte das Verhältnis nicht parasitär, sondern produktiv sein, den Ursprung des Gebäudes kongenial weiterführen und neu lesbar machen. "Kontraste" können und werden sich von selbst einstellen. Ob der jetzige Entwurf mit seinem, wie eine LKW-Anlieferung aufgeschlitzten Erdgeschoss zur "Belebung" der Straße beitragen würde, ist zu bezweifeln.

"Er betont auch die "ureigensten Bedürfnisse des Eigentümers"."

Man könnte einfach sagen: "Eigentum verpflichtet" – und dies umso mehr im Zentrum einer Stadt. Oder etwas ausführlicher: Die Stadt unterscheidet von einem Haifischbecken, dass sie die Bedürfnisse möglichst Aller möglichst perfekt miteinander in Einklang bringt. Das ist das jahrtausendealte Erfolgsgeheimnis der Stadt und damit auch unserer Kultur überhaupt. Es wäre wirklich beängstigend für unsere Gesellschaft, wenn diese Erfolgsgeschichte in Frage gestellt würde.

"Widerstand gegen Neuplanung wächst" – Bericht über unseren Offenen Brief an den Oberbürgermeister Karlsruhes

19. Juli 2022

Ausführlich gaben die Badischen Neuesten Nachrichten gestern, am 18. Juli, unseren Offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe wegen den Plänen für das Markgräfliche Palais wieder. Herzlichen Dank dafür!

Den Link finden Sie auf unserer Unterseite "Markgräfliches Palais in Gefahr!"

 

Hier im Wortlaut:

Widerstand gegen Neuplanung wächst

Professoren und Fachleute wenden sich in Offenem Brief zum Markgräflichen Palais an den OB

Von unserem Redaktionsmitglied

Wolfgang Voigt

 

Mit einem Offenen Brief hat sich die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft an Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) gewandt. Das Stadtoberhaupt wird darin eindringlich gebeten, seinen Einfluss in der Sache geltend zu machen. Neben dem Präsidenten der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft, Ulrich Maximilian Schumann, dem KIT-Professor und Weinbrenner-Spezialisten Julian Hanschke sowie dem früheren Karlsruher Stadtkonservator und Architekturhistoriker Gerhard Kabierske haben weitere 30 Persönlichkeiten aus der Fachwelt den Offenen Brief unterzeichnet. Darunter befinden sich der frühere Direktor des Generallandesarchivs Karlsruhe, Konrad Krimm, der langjährige Vorsitzende der Landesvereinigung Baden in Europa, Robert Mürb, der Architekt Heinz Mohl, die Chefin der Karlsruher Regionalgruppe des Vereins Badische Heimat, Marthamaria Drützler-Heilgeist, die Kunst- und Bauhistoriker Johann Josef Böker, Oliver Jehle, Michael Hesse sowie weitere Professoren aus Frankreich, Italien, Kanada und den USA.

Nach Ansicht der Unterzeichner des Offenen Briefs droht aktuell „so massiv wie noch nie die Gefahr, dass ein privates Bauvorhaben die historische und stadträumliche Identität der Karlsruher Innenstadt tiefgreifend verändert“. Hintergrund der Befürchtung ist der Plan der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt eG, das von ihr erworbene Palais am Rondellplatz neu zu gestalten. Wie die BNN berichteten, hatte die Bank einen Architektenwettbewerb ins Leben gerufen. Dessen Ergebnisse – namentlich der aussichtsreiche erstplatzierte Entwurf des Berliner Büros Staab – lassen die Fachleute zu drastischen Worten greifen.

Ihnen zufolge ist der gerade abgeschlossene Wettbewerb für den Ersatz der Bauteile aus der Nachkriegszeit „an der Aufgabe gescheitert, auf die besondere Situation einzugehen und auf Weinbrenners historischen Kern und die Rolle des Bauwerks im Stadtraum angemessen zu antworten“. Das gelte auch und in besonderem Maß für den erstprämierten Entwurf. „Im Falle einer Realisierung droht an diesem wichtigen Teil der Innenstadt eine beliebige Investoren-Architektur, die das kulturelle Erbe aller und die Lesbarkeit des öffentlichen Raums einseitig in ihrem Sinn interpretiert“, warnen die Autoren des Schreibens.

Die Fachleute betonen die Bedeutung des Markgräflichen Palais’. Es gilt gemäß ihrer Expertise auch international als herausragendes Werk des Stadtbaumeisters Friedrich Weinbrenner. „Ihm gelang es als badischer Oberbaudirektor, der barocken Residenzstadt Karlsruhe ein klassizistisches Gesicht und erlebbare Räume für eine zunehmend bürgerliche Öffentlichkeit zu geben“, erläutern die Experten. Für Karlsruhe sei das Markgräfliche Palais am Rondellplatz „eines der wenigen historischen Zeugnisse aus jener entscheidenden Phase“. Neben Rathaus und Evangelischer Stadtkirche halten sie das Palais für „eine wichtige Koordinate, ohne die die Form der Stadt nicht verständlich wäre“.

Kritik üben die Autoren etwa an der Verbindung der geplanten Fassaden der Seitenflügel mit dem historischen Baubestand. Diese bedeutende Frage sei weder räumlich noch formal gelöst. Die vom Büro Staab vorgesehene vertikale Rasterfassade, die Trichterform der geplanten Fenster sowie die „überdimensionierte und asymmetrisch gebrochene Dachlandschaft“ seien mit Weinbrenners Entwurfsprinzipien unvereinbar. Die Pläne der Berliner Architekten negierten die originale Verteilung und Gliederung der Baumassen. Das Gleiche gelte für die „qualitätvollen und bestens dokumentierten Innenräume hinter Weinbrenners Hauptfassade“.

Die Kritiker fordern, „dass eine künftige Neugestaltung dieses einzigartigen Objekts mit der Geschichte des Ortes interagiert und die maßgeblichen Elemente von Weinbrenners Gesamtplanung im Sinn einer kritischen Rekonstruktion aufgreift“. Diese Praxis habe sich bewährt – etwa bei der Alten Pinakothek in München oder beim Neuen Museum in Berlin. Im Fall des Markgräflichen Palais’ sollten alternative, stadtverträglichere Lösungen diskutiert und gefunden werden, so der Offene Brief. Das Ergebnis des Wettbewerbs finden die Kritiker zutiefst enttäuschend. Es sei auch Folge mangelnder Vorgaben und fehlender Einbeziehung von Öffentlichkeit, Behörden und Fachleuten, so ihre Vorhaltung gegenüber dem OB.

Markgräfliches Palais: Unser Offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe

16. Juli 2022

Verschickt am 14. Juli 2022, gemeinsam mit einer Liste unterstützender Expertinnen und Experten und einer Gegenüberstellung des historischen mit dem geplanten Markgräflichen Palais; alles zu finden auf dieser Internetseite unter "Markgräfliches Palais in Gefahr!"

Bericht über unsere Initiative für das Hechinger Gewächshaus

14. Juli 2022

Danke, Herr Kauffmann, für den guten Artikel gestern im "Schwarzwälder Boten"! (Hier geht es zum Artikel.)

Zum Hintergrund:

– Ohne Vorbereitung geschweige denn Information oder gar Beteiligung der Öffentlichkeit wurde dem Verwaltungsausschuss des Hechinger Gemeinderates am vergangenen Donnerstag ein privates Projekt zum Umbau des historischen Gewächshauses im Fürstengarten vorgelegt.

– Dass es sich dabei um ein kulturhistorisch bedeutendes Überbleibsel aus der Weinbrenner-Schule handelt, wurde dabei nicht erwähnt, auch nicht in der aufwändigen Werbebroschüre des potenziellen Bauherrn.

– Diese Broschüre zieht alle Register der Beeinflussung. Z. B. ist das ganze Konzept auf die Farbe Orange und ein großes "O(rangerie)" abgestellt. Dabei war das Gebäude keine Orangerie, sondern ein Gewächshaus. Es wird sogar allen Ernstes "der Duft der Orangen" bemüht, um die Leser/innen zu berauschen. "Wir schreiben Geschichte weiter ..." soll darüber hinwegtäuschen, dass die wirkliche, gebaute und erlebbare Geschichte weiter verstümmelt und ausgelöscht wird. Dabei ist der 'kreative' Umgang mit Sprache und Wahrheit eigentlich so durchschaubar und leicht zu widerlegen. Etwa das offensichtlich gefakete Zitat "Was würde an diesem historischen Ort – an dem früher Zitrusbäume und Pflanzen gewachsen sind – besser passen, als eine junge Hechinger IT-Firma mit Wachstumspotential sowie ein Ort zum (Zusammen-)Arbeiten, Lernen (Wachsen) und Leben." Es wird nicht einmal angegeben, wer das gesagt haben soll. Dass uns mehrfach eingehämmert wird, dass das 'Wachsen' der Bilanzen eines Unternehmens etwas mit dem Wachsen von Pflanzen zu tun haben soll, Informatik mit Botanik, macht diese blumigen Bilder nicht logischer. Deshalb auch muss man sagen: Ja, so ziemlich alles würde an diesem historischen Ort besser passen als ein IT-Unternehmen, und am allerbesten eben ein Gewächshaus oder etwas Ähnliches. Undsoweiter.

– Mit diesem Bauprojekt würde ein Stück aus dem wertvollen Ensemble des Fürstengartens herausgebrochen, das zentral für die Identität der Stadt wie auch beispielsweise für den Tourismus ist und noch in größerem Maße sein könnte.

– Es würde ein Stück öffentlichen Besitzes, Raumes und Kulturerbes privatisiert und dies sogar ohne Ausschreibung.

– Es soll ein Vorkaufsrecht der Stadt vereinbart werden, sollte der Unternehmer das Gebäude veräußern wollen; allerdings würde das bedeuten, dass die Stadt ein Bürogebäude übernehmen und dafür mehrere Millionen zahlen müsste, um es dann als Bürogebäude zu nutzen oder unter weiteren Anstrengungen in das Ensemble des Fürstengartens wieder einzupassen.

– Der mit viel Engagement, Sachverstand und Geld mühsam wiederhergestellte und gepflegte Fürstengarten würde dem privaten Unternehmen als exklusiver Vorgarten 'geschenkt' und damit den Wert von dessen Immobilie aus öffentlichen Mitteln weiter steigern.

– Wenn hier tatsächlich Räume für externe Interessenten angeboten werden sollen, würde dies eine Konkurrenz für das bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins der Villa Eugenia bedeuten, der von solchen Angeboten lebt und zum Erhalt dieses wertvollen Gebäudes beiträgt.

neu erschienen: unser Faltblatt zum Gewächshaus im Hechinger Fürstengarten

08. Juli 2022

Im Zug unserer Aktivitäten zu einer sinnvollen Wiederherstellung des Juwels im Hechinger Fürstengarten haben wir auch eines unserer Faltblätter zu einzelnen Bauwerken der Weinbrenner-Schule erstellt. Es enthält unsere Rekonstruktion und weitere Informationen.

Hier finden Sie das Faltblatt als PDF (7 MB).

Gewächshaus im Hechinger Fürstengarten: So schön war das Aschenputtel

07. Juli 2022

Nach dem Vortrag unseres Vorsitzenden Dr. Schumann am 10. April in der Villa Eugenia über das vernachlässigte, aber wertvolle Baudenkmal aus der Weinbrenner-Schule kam immer lebhafter die Frage auf, wie das Gewächshaus (heute meist als Orangerie bekannt), ursprünglich aussah. Es ist ja in mehreren Schritten stark verändert worden, vor allem durch den Einbau von Garagen. Also haben uns daran gesetzt und das Aussehen nach Plänen, Fotos und Vergleichsbeispielen rekonstruiert. Einfach, aber eindrucksvoll, wie wir finden, und ungleich schöner als der jetzige Zustand. Schauen Sie selbst!

 

Dementi: Nein, wir sind nicht «entzückt» über das Durlacher Kneipp-Becken!

26. Juni 2022

In einem Artikel der Badischen Neuesten Nachrichten vom Freitag über das Brunnenhaus («Auf dem Weg zum Schmuckstück») war zu lesen, die Weinbrenner-Gesellschaft sei «schon entzückt von Durlachs Idee, den Innenraum zu einem Kneipp-Bad auszubauen.» Zunächst einmal gehört «entzückt» nicht zum Vokabular, wenn wir uns über Projekte äußern.

Und auf Nachfrage versichert unser Vorsitzender Ulrich Maximilian Schumann, der uns beim Pressetermin vertrat, dass ihm nicht nur ganz bestimmt kein Wort wie «entzückt» über die Lippen gekommen sei, sondern er sich überhaupt nicht zur zukünftigen Nutzung geäußert habe und dazu auch nicht befragt worden sei. Mit viel Nachsicht ließe sich die falsche Behauptung als sehr weit gefasste journalistische Freiheit der Redakteurin Kirsten Etzold abhaken. Vielleicht hat sie auch etwas durcheinandergebracht.

Allerdings verfehlt diese Unterstellung nicht nur im Ton, sondern auch im Inhalt unsere Meinung, die wir eigentlich nicht herausposaunen wollten, wozu wir jetzt aber genötigt werden, nachdem uns etwas Falsches in den Mund gelegt wurde.

Nein, wir sind von der Nutzung des Brunnenhauses als Wassertretbecken nicht überzeugt und haben das auch mehrfach mitgeteilt. Mit Respekt vor dem originalen Weinbrenner-Bau oder gar «Pietät» hat das nichts zu tun. Eine Nutzung kann ihm gut tun. Unsere eigenen Ideen zielten sogar auf Inhalte mit längeren Öffnungszeiten, was das Umfeld stärker beleben und im besten Fall den Vandalismus reduzieren könnte. Die Einrichtung eines Wassertretbeckens ist demgegenüber mit hohem Aufwand in Finanzierung, Genehmigung, Technik, Unterhalt, Betreuung usw. bei vergleichsweise kurzen Nutzungszeiten verbunden. Und ob das Interesse daran wirklich so groß sein wird, bleibt abzuwarten.

Diese Erfahrung zu machen, liegt jenseits unserer Aufgabe, die restauratorischen Arbeiten mit zu beraten, worin wir freundlicherweise einbezogen wurden und was erfreulich positiv verlief. Deshalb halten wir uns in dieser Frage zurück und müssen uns aber auch dagegen wehren, wenn wir durch falsche Aussagen in die Verantwortung für etwas genommen werden, was außerhalb derer liegt und wozu wir uns nicht einmal öffentlich geäußert haben, geschweige denn «entzückt».

Bericht zum gestrigen Pressetermin am Durlacher Brunnenhaus

21. Juni 2022

Dafür können wir das Wort z. B. der Seite durlacher.de überlassen. Dem haben wir nichts hinzuzufügen – allenfalls zusammenfassen, dass wir an diesem Bauwerk vermutlich Weinbrenner so nahe kommen werden wie noch nie in den zurückliegenden Restaurierungen. Und dann ist es der ergebnisoffenen Leitung des Projekts zu verdanken, wenn sich hier Wilfried Maags profunde Untersuchungsergebnisse und Interpretationen bis zum Schluss zu einem authentisch wirkenden Ergebnis entfalten konnten – während ein solcher Prozess andernorts in der Regel von Politik und/oder Denkmalpflege zu früh abgebrochen wird und irgendwo dazwischen bei halbgaren, falschen Ergebnissen steckenbleibt, besonders eklatant am Rathaus an Karlsruhes Marktplatz.

Dazu noch eigene Bilder. Sie zeigen, wie die Sockelplatte freigelegt worden ist und es nun plötzlich frei dasteht – oder fast. Denn ursprünglich lag die vorbeiführende Straße tiefer, und der Zwischenraum ist mit dem Straßenbau aufgefüllt worden, was das zweite Bild zeigt. Auch wenn es ein Wunschtraum für die Zukunft bleiben muss, dies rückgängig zu machen, haben wir nun in jedem Fall schon ein freistehendes Gebäude vor sich, so wie es zu Weinbrenners Zeiten aussah, also nicht etwas im Gelände versunken.

So wird auch die Feuchtigkeit dem Mauerwerk weniger nahekommen und weniger zusetzen als bisher, wozu die umlaufende Drainage aus einem Wasserrohr im Kiesbett beiträgt.