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Erkundungen im Turm von St. Cyriak in Malsch

28. Februar 2026

Mit ihrem achteckigen Turm mit spitzbogigen Fenstern erscheint die katholische Kirche auf den ersten Blick als ein nicht so typisches Werk aus der Weinbrenner-Schule. Dabei ist sie gerade darin doch typisch, als hier Teile der Vorgängerkirche bewusst weiterverwendet wurden. Dafür hatte hier Friedrich Weinbrenner selbst seine Autorität als Oberbaudirektor in die Waagschale geworfen, und sein Neffe Johann Ludwig W. leitete die Erneuerung maßgeblich.
Um Licht in die wandlungsreiche Entstehungsgeschichte der Kirche zu bringen, tauschten sich am Donnerstag Mitglieder der Heimatfreunde Malsch, der Pfarrgemeinde und der Weinbrenner-Gesellschaft aus und bestiegen unter der Führung des Historikers und Archivars Dr. Clemens Rehm den Turm, wo sich tatsächlich Hinweise fanden. Dazu bald mehr.
Fotos: Martin Reichert (2,3), WBGE (1,4)

Ausstellungsaufbau in der Kreuzkirche Auggen

26. Februar 2026

Auch im Markgräfler Land wird am kommenden Sonntag, dem 1. März, an Weinbrenners 200. Todestag erinnert, und zu dieser Gelegenheit präsentieren wir dort in der evangelischen Kirche unsere Tafelausstellung "Friedrich Weinbrenner. Mensch Architekt Zeitgenosse", erweitert um zwei Tafeln, auf denen die Geschichte der Kirche enthüllt wird. Darin wird nun auch ihr wirklicher Architekt benannt, herausgelesen aus den Bauakten. Soviel sei schon gesagt: Der fast immer genannte Carl Friedrich Meerwein war es nicht. Genaueres dazu werden wir am Samstag, dem 7., 17 Uhr, in einem freien Vortrag in der Kreuzkirche vor den Tafeln ausbreiten.

200 Jahre – was bleibt? Weinbrenner-Feier am 1. März

25. Februar 2026

Genau am 200. Todestag des großen badischen Architekten lädt die Weinbrenner-Gesellschaft zu einer kleinen Feier in Karlsruhe ein.

Das runde Datum wollen wir nicht verstreichen lassen, ohne auf Friedrich Weinbrenner anzustoßen und mit allen ins Gespräch zu kommen, die mitfeiern wollen. Der Anlass bildet zugleich den Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen in diesem Jahr, mit denen die Gesellschaft an die verschiedenen Facetten dieser Jahrhundertpersönlichkeit erinnern wird: den Erfinder eines bahnbrechenden Stils, der wichtigsten Architekturschule seiner Zeit, der modernen badischen Bauverwaltung, des ersten deutschen Denkmalschutzgesetzes und weiterer Meilensteine.

Das Jubiläumsprogramm wird die Weinbrenner-Gesellschaft am Sonntag vorstellen und zudem Einblicke in die eigene Arbeit geben, in Aktionen, Entdeckungen und die aktuellen mobilen Ausstellungen – analog und digital.

Wer mitfeiern möchte, ist am 1. März von 15 bis 17 Uhr sehr herzlich eingeladen ins „Rote Haus“ in Karlsruhe-Rüppurr, Rastatter Straße 17.

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Nachtrag

Hier der BNN-Artikel über die Veranstaltung.

Erstmals im Bild: ein unbekanntes Weinbrenner-Bauwerk in Straßburg

17. Dezember 2025

Sogar doppelt tauchte es auf, nämlich auf einer Stereophotographie, die wir in Paris erworben haben, und mit einem geeigneten Betrachter wird daraus ein 3D-Bild. (Oben umkopiert für eine Grün-Rot-Brille, unten im Original.)

Es ist ein "Pavillon de Garde", ein Wachgebäude, und steht im Hintergrund von Weinbrenners Denkmal auf General Desaix, das er 1800 auf der Île aux Épis errichtete und das heute auf dem Börsenplatz steht. Ursprünglich bildeten sie ein Ensemble, das schon Klaus Lankheit in seinem Buch "Friedrich Weinbrenner und der Denkmalskult um 1800" skizziert hat. Unser Mitglied Claudia Elbert weist darauf hin, dass es am Rande, aber doch prominent, auf einer Darstellung der Festlichkeiten aus Anlass des Einzugs Napoleons im Januar 1806 in die Stadt Straßburg zu sehen ist (in: Relation des fêtes données par la ville de Strasbourg à leurs Majestés impériales et royales, les 22 et 25 janvier 1806; unten ein Ausschnitt).

Für die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft bildet das vielfältige, auch familiäre Verhältnis Weinbrenners zu Frankreich einen aktuellen Forschungsschwerpunkt.

Festakt und Buchpräsentation „100 Jahre Wasserkunst Paradies“

02. November 2025

Der Freundeskreis Paradies e.V. lud ein: Max Laeuger, Erfinder des „Baden-Badener Paradieses“ und vieler anderer einzigartiger Werke im kleinen und im großen Maßstab, verbindet vieles mit Friedrich Weinbrenner. Er lässt sich in der Weinbrenner-Renaissance des 20. Jahrhunderts als treibende Kraft identifizieren und bezog sich in seinem Werk und seiner einflussreichen Lehre immer wieder auf ihn. So hielt zur Jubiläumsfeier am Freitag im Kristallsaal des Kulturhauses LA8 unser Präsident Ulrich Maximilian Schumann die Festrede; er hat selbst schon viel über Laeuger geforscht, geschrieben und Ausstellungen kuratiert und hat auch zu diesem aktuellen Anlass ein Buch vorgelegt. Am Abend wurde es vorgestellt und ist ab sofort erhältlich.

 

Weinbrenners Kurhaus im Themenheft „Baden-Baden“ der „Badischen Heimat“

10. Oktober 2025

Und noch andere interessante Artikel neben "Das Kurhaus. Wandlungen des Fixsterns" von unserem Vorsitzenden Ulrich Maximilian Schumann.

 

 

Diesen Sonntag und darüber hinaus: Unterstützung für das Stadtmuseum Baden-Baden

10. September 2025

Dass ausgerechnet dieses wunderbare Museum an der Lichtentaler Allee geschlossen werden soll, weil der Stadt das Geld ausgeht, können wir weder verstehen noch begründen. Nicht nur, weil es von den Einrichtungen, mit denen wir selbst zusammengearbeitet haben, die effizienteste, unkomplizierteste und angenehmste ist und daraus mit Leichtigkeit und Schnelligkeit die schönsten Ausstellungen zauberte, die eine populäre Attraktivität mit wissenschaftlicher Seriosität verbinden.

Grundsätzlich erscheint es auch aberwitzig, eine Institution zu schließen, die vergleichsweise wenig Mittel verbraucht und dafür aber in immer neuen Facetten genau das Kulturerbe zeigt und feiert, für das Baden-Baden seinen UNESCO-Welterbe-Status verliehen bekommen hat.

Deshalb beteiligen wir uns gerne am kommenden Sonntag, 14.9., dem „Tag des offenen Denkmals“, an der Aktion zahlreicher Vereine, mit einem „Aktionstag Kultur“ und einem Stand vor dem Museum, die breite Unterstützung sichtbar zu machen. Natürlich läuft auch eine Unterschriftenaktion, an der sich Alle beteiligen können.

Siehe hierzu den Artikel „Baden-Badener Stadtmuseum bangt um seine Existenz“ in den Badischen Neuesten Nachrichten.

Wer entwarf das Rosental-Viadukt in Friedberg?

19. August 2025

Auch mit Friedrich Weinbrenners bedeutendem Schüler Georg Moller beschäftigen wir uns zunehmend. Nicht nur seine Architektur, auch sein Berufsverständnis verdankt der jahrzehntelange hessische Baudirektor zu einem großen Teil seinem Karlsruher Lehrer und lebenslangen Freund. Und auch in seinem Werk gibt es offene, spannende Fragen.

Deshalb sind wir gerne der Bitte nachgekommen, Stellung dazu zu beziehen, ob wohl das gewaltige Rosental-Viadukt, ein monumentales Pionierwerk der frühen Eisenbahnkonstruktionen, als Werk Georg Mollers gelten darf. Nun ist auch hier unser Gutachten in ganzer Länge nachzulesen. Dabei half neben unseren eigenen Forschungen das grundlegende Buch "Der Viadukt" von Peter Schubert aus dem Jahr 1995. ... weiterlesen

Das verschwundene Wirtshaus "Zur Traube" in Langensteinbach

23. Juli 2025

In einem Album im Karlsruher Stadtarchiv "Weinbrenner-Gebäude in Karlsruhe und Umgebung" von 1912 wird auch dieses Gebäude vorgestellt, siehe Foto. Es zeigt typische Merkmale der Weinbrenner-Schule wie das halbrunde Fenster im Dachgeschoss oder auch die Pfeiler in den Erdgeschossmauern.
Bei der Identifikation half der Heimatverein Karlsbad, vor allem Günter Denninger, von dem auch die aktuellen Bilder stammen. Demnach war das Gebäude sogar noch viel älter, ging auf das 14. Jahrhundert zurück und wurde um 1860 zum Wirtshaus umgebaut, vermutlich durch einen Weinbrenner-Schüler, dann aber 1986 abgerissen, damit man bequemer in die Straße "In den Schneidergärten" abbiegen konnte, gegen den Widerstand aus der Bevölkerung, wie Herr Denninger mitteilt.

Hier nun zu finden auf unserer Karte "Weinbrenner entdecken".

Entwarf Weinbrenner das Turenne-Denkmal?

30. Juni 2025

Genauer: dasjenige, das 1796 von General Moreau beauftragt wurde und im Folgenden errichtet wurde. Das Denkmal in Sasbach für den französischen Feldherr Turenne, der dort 1675 tödlich verwundet worden war, ist schon 1826 wieder ersetzt worden, doch dahinter taucht langsam eine spannende Geschichte auf.

Für uns begann sie mit dem Kauf eines Stichs, auf dem Weinbrenners Desaix-Denkmal in Straßburg mit dem Turenne-Denkmal in Sasbach gekoppelt wurde, das dieselbe typische Formensprache zeigt (Abb. 1). Der Austausch mit dem Kurator des Turenne-Museums, Sebastian Dörfler, bestätigte uns, dass wir auf der richtigen Fährte sind.

Die zentrale Form des würfelförmigen Blocks nach dem Vorbild des römischen „cippus“ (eigentlich ein Grenzstein) mit einem allseitigen Dreieckgiebel, der an den Ecken von Akroterien (Tempeldach-Aufsätzen) bekrönt ist, kennen wir von zahlreichen Entwürfen Weinbrenners für Denkmälder, gerade solchen für die französische Armee – neben dem erwähnten, aufwendigen für General Desaix auch das einfachere für Armand-Michel de Beaupuis bei Neubreisach und mehrere weitere. Es liegt nahe, dass General Moreau wie bei diesen beiden ausgeführten Denkmälern auch dieses Mal keinen anderen als Friedrich Weinbrenner beauftragte, der diese Formen frisch aus Italien mitbrachte. Der mögliche Einwand, dass sich dieser 1796 eben noch dort aufhielt, löst sich auf, denn offenbar entstand das Denkmal erst 1801, als er längst zurückgekommen war; dieses Datum nennt auch die Beschreibung eines schönen Aquarells von François-Alexandre Pernot in den Sammlungen von Schloss Versailles (siehe Link + Abb. 2).

Was die Entstehung des Denkmals und sein weiteres Schicksal betrifft, gibt es noch Einiges zu klären. Vielleicht ergibt sich dazu schon eine Gelegenheit beim kleinen Festakt am jetzigen Denkmal in Sasbach am 27. Juli mit Führung durch das Turenne-Museum. Unser Vorstand wird dort vertreten sein.

https://pop.culture.gouv.fr/notice/joconde/50350209643