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Bitte eintreten! Unsere virtuelle Ausstellung

27. Juni 2026

Es ist Zeit für Antworten auf die Frage, die wir über unser Jubiläumsprogramm gestellt haben: „200 Jahre! Was bleibt?“

So heißt deshalb auch unsere erste virtuelle Ausstellung, die 10 Antworten auf diese Frage gibt, warum man nach wie vor an Friedrich Weinbrenner erinnern muss. Man hätte noch mehr zusammentragen können, aber entlang dieser 10 Schritte ergeben sich überraschende Einstiege in sein Werk und seine Bedeutung.

Zugegeben: Aus aktuellem Anlass erschien uns das umso wichtiger, als nur wenig von anderen Seiten dazu zu hören ist.

Im offiziellen Beitrag des SWR zum Todestag am 1. März fiel gleich zwei befragten Professoren des KIT (das ja eine seiner Wurzeln in Weinbrenners Bauschule hat) so gut wie nichts dazu ein – und natürlich nur Karlsruhe. Die Quintessenz: Weinbrenners Bedeutung läge darin, in die badische Hauptstadt die Antike gebracht zu haben – und Wasser.

Das ist nicht nur traurig wenig, sondern stimmt nicht einmal wirklich und in dieser Verkürzung gar nicht. Dabei kann man bei Weinbrenner selbst und auch in der Literatur nachlesen, wieviel mehr dahinter steht und wie weit es ausstrahlte. Wenn das nicht zur Kenntnis genommen wird, darf man an Absicht denken, die enormen, vielfältigen und modernen Leistungen Weinbrenners und seiner Mitarbeiter kleinzureden.

Dagegen können wir nichts tun, als diese Leistungen in wenigen Punkten zusammenzufassen und die Dimensionen dieses Phänomens abzustecken, und hoffen, dass sich das Wissen durchsetzt.

Pläne vom Schloss Rotenfels gesichtet und übernommen

22. Juni 2026

Eine schöne Überraschung, als wir nach Esslingen eingeladen wurden, wo wir einen bedeutenden Bestand an Bauaufnahmen des für seine Eleganz bekannten Schlösschens im Murgtal vorfanden, der im Zuge der letzten Restaurierung vor drei Jahrzehnten entstand. Warum ist er so interessant? Nicht nur sind es teils virtuos gezeichnete, teils akribisch zusammengetragene Dokumente, auch lassen sie die komplizierte Baugeschichte in einem anderen Licht erscheinen, als sie bislang dargestellt wird. Das gilt für die Gestaltung durch Friedrich Weinbrenner wie auch die Leben und Nutzungen, die das Gebäude zuvor schon hatte. Dazu beizeiten mehr.
Einige Unterlagen durften wir deshalb schon einmal mitnehmen. Für den Hauptbestand haben wir ein geeignetes Archiv gesucht – und gefunden.

Sonntag: „Fest-Konzert zum 200. Todestag von Friedrich Weinbrenner und Franz Danzi“

22. Juni 2026

Diese besondere Veranstaltung sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Hofcapelle Karlsruhe hat eigens Werke des Hofkapellmeisters Danzi einstudiert und obendrein eine Bilderschau über Weinbrenner und sein Werk zusammenstellen lassen.
Beide waren in Karlsruhe tätig und starben dort im gleichen Jahr. Also lässt sich hier Musik aus der Weinbrenner-Zeit in einer ganz besonders schönen und authentischen Kirche aus Weinbrenners Baudirektion hören und erfahren, wie beides zusammenspielt, Architektur und Musik.
Wir freuen uns darauf und erinnern uns: Weinbrenner spielte selbst mehrere Instrumente und das gerne und, wie seine Zeitgenossen bezeugten, gut.
Das Konzert beginnt am 28.6. um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche, Wössingen, Weinbrennerstraße 8.

Weitere Informationen:

zum Konzert

zur Hofcapelle Karlsruhe

zur Evangelischen Kirche Wössingen

Kommenden Mittwoch: Vortrag über Weinbrenner und Voß in Eutin

13. Juni 2026

Bis weit in den Norden reicht unser Programm im 200. Todesjahr Friedrich Weinbrenners. Auf Einladung der Landesbibliothek in Eutin spricht unser Vorsitzender Ulrich Maximilian Schumann über:
„Von Eutin nach Karlsruhe. Wie die Familie Voß beim badischen Baudirektor Friedrich Weinbrenner einzog“
Wer immer in der Nähe ist, ist herzlich eingeladen in die Eutiner Landesbibliothek am Schlossplatz 4 in 23701 Eutin; 17. Juni, 19 Uhr.
Hier der Text der Ankündigung:
Es ist mehr als eine Anekdote, dass Johann Heinrich Voß 1805 an die Heidelberger Universität berufen wurde und gemeinsam mit seiner Frau Ernestine nach Süden ins Land Baden zog. Dahinter stand einerseits sein Renommé, konkret und unmittelbar aber die überraschende und bislang übersehene Verbindung zum Architekten Friedrich Weinbrenner. Dieser bestimmte weit mehr als nur das Baugeschehen im Südwesten, veröffentlichte beispielsweise seinerseits im Cotta-Verlag und agierte als Schnittstelle im Netzwerk des deutschsprachigen Geistes- und Kulturlebens. So spielte er auch bei der besagten Berufung eine zentrale Rolle, beherbergte die Familie Voß im eigenen Haus in Karlsruhe, rekonstruierte dort gemeinsam mit deren Sohn Hans das Haus des Odysseus für die dritte Auflage der „Odyssee“ und bildete diesen zum erfolgreichen Architekten aus.
Über diese und weitere biographische Verknüpfungen hinaus fragt der Vortrag nach inhaltlichen Schnittmengen zwischen Voß und Weinbrenner in einer Zeit, in der die erstarkende Romantik für beide zur Herausforderung wurde.

Karlsruhe ehrt Weinbrenner? Wirklich?

30. April 2026

Das würde ja bedeuten, dass man sein Lebenswerk respektiert.
Aber dass man Weinbrenners 200. Todesjahr für sich entdeckt hat, ist nichts als eine Werbestrategie. (Weshalb wir uns nicht daran beteiligen.) Die Stadt will sich als Bewahrerin des kulturellen Erbes präsentieren, während sie dasselbe Erbe im wirklichen Leben vernachlässigt, sogar zerstört bzw. zerstören lässt (siehe etwa Kaiser-Karrée, Marktplatz, Markgräfliches Palais ...).
Ob das von der Stadt vorgestellte Programm Weinbrenners Bedeutung gerecht wird und wirklich „beeindruckend vielfältig“ ist, wie versprochen, mag man für sich selbst entscheiden. Es fällt z.B. auf, dass als erster und gewichtigster Programmpunkt die Ausstellung einer staatlichen, nicht städtischen Einrichtung vereinnahmt wird, der Kunsthalle. Und dass für „weiterführende Informationen“ auf unsere Internetseite verwiesen und sogar verlinkt wird. Ohne dass wir gefragt wurden. Aber danke für das Kompliment! Allerdings hätte man uns wenigstens nach einem Bild fragen können. Das schlechte und willkürlich überschriebene Bildschirmfoto ist uns doch etwas peinlich.
Aus Neugier haben wir „Karla“ gefragt, die „digitale Assistentin von Karlsruhe Erleben“, wie es dazu kam. Hier die Antwort: „Der Grund ist naheliegend: 2026 jährt sich der Todestag Friedrich Weinbrenners zum 200. Mal, und die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft e.V. ist die zentrale Institution, die sich mit Vermittlung, Forschung und Erhaltung seines Werkes beschäftigt. Sie ist damit die erste Anlaufstelle für alle, die tiefer in das Leben und Wirken des Karlsruher Stadtbaumeisters eintauchen möchten.“ Das tut gut, wir fragen jetzt öfter Karla.

https://www.karlsruhe.de/stadt-rathaus/aktuelles/meldungen/200-jahre-weinbrenner

Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule und Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft gemeinsam unterwegs

25. April 2026

Es war abzusehen, dass wir zueinander finden würden, und es war dann auch tatsächlich sofort eine gemeinsame Basis da, als man sich am Mittwoch zu einer Exkursion durch Karlsruhes Stadtmitte traf. Zwölf Meisterschüler waren mit zwei Lehrkräften aus Freiburg gekommen und zeigten sich sehr interessiert an Allem, was Weinbrenners Werk betrifft, und brachten ihrerseits eigene Erfahrungen ein. Konkret hat man sich dort in diesem Jahr verschiedene Projekte vorgenommen, mit denen bewiesen werden soll, wie aktuell der Namensgeber auch heute noch sein kann, wobei wir auch gerne weiter unterstützend zur Verfügung stehen.

Darüber wird dann noch berichtet werden. Hier schon mal eine zeichnerische Annäherung an ein Weinbrenner-Denkmal, die uns als Erinnerung an ein konstruktives Zusammentreffen überreicht wurde.

Weinbrenner im Konradsblatt

25. April 2026

Was bislang oft noch unbeachtet bleibt, ist in der katholischen Wochenzeitung zum Aufmacher geworden: Weinbrenners Pionierrolle im Schutz historischer Bauwerke.

Der Artikel wird gleich auf dem Titelblatt angekündigt (unter einem Bild des Papstes) und ist von Sibylle Orgeldinger sehr gut geschrieben worden.

Den Aufhänger bildet die spannende und erhellende Geschichte der Kirche St. Cyriak in Malsch, die vom Historiker Dr. Clemens Rehm ans Tageslicht geholt wurde. Wir haben schon darüber berichtet, waren ja auch von den Heimatfreunden Malsch einbezogen worden.

Als es um einen Neubau der Kirche ging, sprach Weinbrenner 1822 davon, dass es nicht weniger als „unverantwortlich“ sei, wenn historische Baudenkmale ohne Not zerstört würden, und versuchte, soviel wie möglich von der gotischen Vorgängerkirche zu retten.

Das Resultat ist in jedem Fall faszinierend.

Und das Aufdecken dieser Geschichte ist ein ganz besonderer Beitrag zu Weinbrenners 200. Todesjahr.

Die Heimatfreunde Malsch haben die Forschungen (einschließlich des Gutachtens Weinbrenners) auf ihrer Seite zugänglich gemacht.

 

Das Alte Rathaus in Wörth – ein schönes Stück Weinbrenner-Schule in der Pfalz

03. April 2026

Was daran außergewöhnlich ist? Dass diese Region seit 1816 zu Bayern gehörte und damit in die Zuständigkeit der dortigen Bauverwaltung, die dem ausgeprägten Bedürfnis des Königs nach Repräsentation entsprechen musste. Und trotzdem entstanden auch in der Pfalz Bauten im Stil der Weinbrenner-Schule, der im Gegensatz dazu von den allgemein menschlichen Bedürfnissen ausging, um diese in ein schönes und gut funktionierendes Gebäude zu verwandeln. Wie eben in Wörth, wo sich der Speyerer Bauinspektor Johann Bernhard Spatz (1782–1840) beim Rathausneubau 1828 deutlich an Friedrich Weinbrenner orientierte.
So lebt das heute vor allem für Ausstellungen genutzte Gebäude vom klaren Baukörper, dem von den Fenstern bestimmten Fassadenbild und der Klarheit, Helligkeit und Offenheit im Innern. Allenfalls hätte Weinbrenner kritisiert, dass im Obergeschoss nur jedes zweite Fenster von Dreieckgiebeln bedacht wird. Denn für ihn hatte jedes Detail immer zuerst einen Sinn und eine Funktion, war keine reine Schmuckform, die man nach Geschmack anwenden oder weglassen konnte.
Aus den Rathausbauten der Weinbrenner-Schule ähnelt demjenigen in Wörth beispielsweise dasjenige in Heidelberg-Kirchheim, von Weinbrenners Schüler Ferdinand Thierry 1822–24 errichtet und ebenfalls auf unserer Karte "Weinbrenner entdecken" zu finden, so wie ab sofort das Alte Rathaus von Wörth. Spatz entwarf beispielsweise auch die Heilig-Kreuz-Kirche in Herxheim-Hayna nach dem Vorbild Friedrich Weinbrenners. 

   

Weinbrenner-Gebäude in historischen Modellen

25. März 2026

An unerwarteter Stelle und durch einen Hinweis aus der Cyriakus-Kirchengemeinde in Bulach wurden wir auf alte Holzmodelle aufmerksam, die sich dort befinden. Sie stellen verschiedene Bauwerke Weinbrenners dar: sein eigenes Wohnhaus, die beiden benachbarten Wachhäuschen am Ettlinger Tor, weiter das Markgräfliche Palais und das als Gegenüber geplante, aber nie gebaute "Herrschaftliche Wohnhaus" sowie ein nicht identifiziertes Wohnhaus, vermutlich aus der Stefanienstraße.

Wie alt sie sind, lässt sich nicht mehr eruieren, aber vermutlich sind sie vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden, als Arthur Valdenaire seine Forschungen und damit brauchbare Vorlagen veröffentlichte.

Immer noch finden sie Verwendung als Hintergrund für die Weihnachtskrippe in der Cyriakuskirche, ein Grund, sich jetzt, wo gerade erst der Frühling beginnt, schon auf die Adventszeit zu freuen.

 

Erkundungen im Turm von St. Cyriak in Malsch

28. Februar 2026

Mit ihrem achteckigen Turm mit spitzbogigen Fenstern erscheint die katholische Kirche auf den ersten Blick als ein nicht so typisches Werk aus der Weinbrenner-Schule. Dabei ist sie gerade darin doch typisch, als hier Teile der Vorgängerkirche bewusst weiterverwendet wurden. Dafür hatte hier Friedrich Weinbrenner selbst seine Autorität als Oberbaudirektor in die Waagschale geworfen, und sein Neffe Johann Ludwig W. leitete die Erneuerung maßgeblich.
Um Licht in die wandlungsreiche Entstehungsgeschichte der Kirche zu bringen, tauschten sich am Donnerstag Mitglieder der Heimatfreunde Malsch, der Pfarrgemeinde und der Weinbrenner-Gesellschaft aus und bestiegen unter der Führung des Historikers und Archivars Dr. Clemens Rehm den Turm, wo sich tatsächlich Hinweise fanden. Dazu bald mehr.
Fotos: Martin Reichert (2,3), WBGE (1,4)