Vermittlung Forschung Erhaltung

Karlsruhe ehrt Weinbrenner? Wirklich?

30. April 2026

Das würde ja bedeuten, dass man sein Lebenswerk respektiert.
Aber dass man Weinbrenners 200. Todesjahr für sich entdeckt hat, ist nichts als eine Werbestrategie. (Weshalb wir uns nicht daran beteiligen.) Die Stadt will sich als Bewahrerin des kulturellen Erbes präsentieren, während sie dasselbe Erbe im wirklichen Leben vernachlässigt, sogar zerstört bzw. zerstören lässt (siehe etwa Kaiser-Karrée, Marktplatz, Markgräfliches Palais ...).
Ob das von der Stadt vorgestellte Programm Weinbrenners Bedeutung gerecht wird und wirklich „beeindruckend vielfältig“ ist, wie versprochen, mag man für sich selbst entscheiden. Es fällt z.B. auf, dass als erster und gewichtigster Programmpunkt die Ausstellung einer staatlichen, nicht städtischen Einrichtung vereinnahmt wird, der Kunsthalle. Und dass für „weiterführende Informationen“ auf unsere Internetseite verwiesen und sogar verlinkt wird. Ohne dass wir gefragt wurden. Aber danke für das Kompliment! Allerdings hätte man uns wenigstens nach einem Bild fragen können. Das schlechte und willkürlich überschriebene Bildschirmfoto ist uns doch etwas peinlich.
Aus Neugier haben wir „Karla“ gefragt, die „digitale Assistentin von Karlsruhe Erleben“, wie es dazu kam. Hier die Antwort: „Der Grund ist naheliegend: 2026 jährt sich der Todestag Friedrich Weinbrenners zum 200. Mal, und die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft e.V. ist die zentrale Institution, die sich mit Vermittlung, Forschung und Erhaltung seines Werkes beschäftigt. Sie ist damit die erste Anlaufstelle für alle, die tiefer in das Leben und Wirken des Karlsruher Stadtbaumeisters eintauchen möchten.“ Das tut gut, wir fragen jetzt öfter Karla.

https://www.karlsruhe.de/stadt-rathaus/aktuelles/meldungen/200-jahre-weinbrenner