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Zum Tag des Offenen Denkmals: Warum wir ihn nicht feiern

12. September 2026

Seit gut zwei Jahrzehnten wird der Denkmalschutz in Baden-Württemberg ausgehöhlt, Schritt für Schritt. Der Abriss von historischer Bausubstanz wird erleichtert anstatt erschwert.

Umgekehrt benutzen die politischen Ebenen den Tag des Offenen Denkmals umso gezielter, um sich als Bewahrer des historischen Erbes zu präsentieren, während die Wirklichkeit anders aussieht.

So wird dieser eigentlich sinnvolle Anlass zum Alibi und zur Werbeveranstaltung. Das bewundernswerte Engagement unzähliger Ehrenamtlicher, Gruppen und Einzelpersonen wird für politische Zwecke vereinnahmt und instrumentalisiert. 

Zu einer zweifelhaften Meisterschaft darin hat es die Stadt Karlsruhe gebracht. Über das Kulturamt und die „KulturRegion Karlsruhe“ werden die Veranstaltungen in der ganzen Region gesammelt und dann auf der Seite von Karlsruhe-Tourismus veröffentlicht, auf der oben nur „Karlsruhe“ steht. Also auch, wo sie gar nicht in Stadt und Landkreis Karlsruhe stattfinden, und das in diesem Jahr eben unter dem Schwerpunkt „Friedrich Weinbrenner“.

Mit diesem Taschenspielertrick erweckt man den Anschein, als würde sich Karlsruhe für das Kulturerbe einsetzen oder es sogar beschützen, während das Gegenteil der Fall ist, wie immer wieder und sogar mitten in der Stadt am Markt- oder am Rondellplatz zu beklagen.

Unser satzungsgemäßer Auftrag, Werbung für Weinbrenners Werk machen, bringt uns in die Zwickmühle, dass wir nicht gleichzeitig Werbung für Kommunen machen können, die nicht in der Lage oder nicht willens sind, für dessen Erhaltung zu sorgen.

Sinnvoller ist es da schon, Gründe zu liefern, warum es denn überhaupt wichtig ist, dass man das Kulturerbe erhält, wie wir das in unserem gleichnamigen Faltblatt tun