Karlsruhes neuer Marktplatz zeigt sein Gesicht

Bislang war es für die Meisten ein abstraktes Planspiel. Jetzt wird langsam sichtbar, was auf uns zukommt. Mit Weinbrenner hat es nun endgültig nichts mehr zu tun, wenn man von den traurigen, aber papageienhaft bunt angestrichenen Resten seiner Bauten absieht, die aber gar keine Beziehung mehr zueinander entwickeln können. Dazwischen breitet sich stückweise ein fast weißer Steinteppich aus, versehen mit einer Bordüre, die irgendwohin läuft., Ja, wohin eigentlich? Und wie passt das Muster der Wasserdüsen hinein? Auch da ist kein Plan ersichtlich, kein Bezug auf irgendetwas darum herum. Noch verstecken sich die U-Bahn-Abgänge unter Blechdächern, und auch die Flutlichtmasten stecken noch nicht in den Hülsen.
Nicht nur wir, auch viele andere, haben früh Kritik angebracht und Gegenvorschläge entwickelt, wie man den Marktplatz als Einheit und als Bild stärken könnte und damit dem Rang dieses immer noch vielpublizierten Ensembles so gerecht werden kann, wie es heute noch möglich ist.
Aber das ist den Behörden nicht wichtig. Sie sehen es auch nicht. Hat man sich vor einigen Jahren noch als Kulturhauptstadt beworben, versucht man es jetzt offenbar in die entgegengesetzte Richtung.
Wir werden den Marktplatz aus der Liste von Weinbrenners erhaltenen Projekten streichen. Wenn ihn die Stadt Karlsruhe oder andere Stellen in Zukunft immer noch als sein Werk bezeichnen, werden wir protestieren und seine Urheberrechte wenigstens symbolisch gegen solche ehrabschneidenden Verunglimpfungen verteidigen. Wir bitten dann um entsprechende Hinweise.
Bild: Peter Thoma

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